Gemeinschaft in Bewegung

Geschichte des DAV Sektion Lauf

Seit seiner Gründung steht der DAV Lauf für Bewegung in der Natur, Gemeinschaft und Begeisterung für die Berge. Was einst mit der Idee einiger weniger Bergsteiger begann, ist heute mit über 2.000 Mitgliedern der zweitgrößte Verein der Stadt und ein fester Bestandteil des Laufer Stadtlebens.

Als „Geburtsstunde“ gilt der 25. Oktober 1950. An diesem Tag trafen sich sieben Männer erstmals, um die Gründung einer eigenen DAV-Sektion in Lauf voranzutreiben. Ziel war es, rund 60 Mitglieder zu gewinnen – doch schon die erste Mitgliederversammlung übertraf alle Erwartungen: Knapp 100 Teilnehmende waren anwesend. Damit war der Grundstein für die weitere Entwicklung der Sektion gelegt.

Während die Aufnahme zur Sektion in den Anfangsjahren noch streng geregelt war und bis Ende der 1960er-Jahre zwei Bürgen für die Mitgliedschaft nötig waren, zeigt sich der DAV Lauf heute aufgeschlossen: „Jung, alt, neugierig oder erfahren – bei uns findet jeder seinen Platz“.

Die ersten Schritte in den Bergen

Wandern und Klettern waren von Beginn an ein fester Bestandteil des Vereins. Über Jahrzehnte hinweg führten engagierte Wanderführer unzählige Gruppen durch die Fränkische Schweiz und die Alpen. Besonders beliebt waren die mehrtägigen Bus-Wanderfahrten sowie die jährliche August-Wanderung rund um Betzenstein mit Ausklang auf der Laufer Hütte. Auch in den vergangenen Jahren hat sich wieder eine jüngere, sportlich ambitionierte Wandergruppe etabliert.

Ein echtes Herzstück der Sektion ist die Laufer Hütte, die 1972 gekauft und seither stetig ausgebaut wurde. Sie ist Treffpunkt, Ziel vieler Touren und seit 2006 offiziell als Alpenvereinshütte registriert.

Das Klettern erlebte über die Jahrzehnte mehrere Entwicklungsphasen. In der 1972 von Manfred Jansen gegründeten Jungmannschaft lernten viele Mitglieder das Klettern. Gemeinsame Fahrten, unter anderem nach Korsika, und wöchentliches Klettern prägten das Vereinsleben. Nach einer ruhigeren Phase Ende der 1980er-Jahre brachte Georg Ranner neuen Schwung in die Abteilung. Mit dem Bau der Kletterwand am Gymnasium im Jahr 1999 erhielt die Abteilung einen festen Standort, der bis heute öffentlich genutzt wird und besonders in der Jugendarbeit eine zentrale Rolle spielt.

Auf zwei Rädern bis in die Bundesliga

Auch der Mountainbike-Sport hat in Lauf Geschichte geschrieben. Ende der 1980er-Jahre hielten die ersten Mountainbikes Einzug in die Sektion. Bereits 1990 organisierten Gerd Riedelbauch und Jürgen Gallmeier das erste eigene Rennen: den 1. Laufer Weißbier-Cup. Was klein begann, wuchs schnell: Mitte der 1990er wurde dem DAV Lauf ein Bundesliga-Rennen zugeteilt. Mit über 400 internationalen Startern und rund 3.000 Zuschauern zählte die Veranstaltung zu den größten Mountainbike-Events Deutschlands und sorgte auch durch TV- und Presseberichte für bundesweite Aufmerksamkeit.

 

Parallel dazu feierte die Rennmannschaft des DAV Laufs sportliche Erfolge: Roman Erler wurde mittelfränkischer und nordbayerischer Meister, 1996 wurde die Mannschaft zudem vollständig von Sponsoren ausgestattet und mit Roman Rösing stellte der DAV Lauf sogar einen Fahrer der deutschen Junioren-Nationalmannschaft.

 

Heute liegt der Fokus auf dem Breitensport: Drei Gruppen treffen sich wöchentlich zu Ausfahrten, ergänzt durch feste Traditionen wie die Flammkuchenfahrt oder die Silvester-Abschlussfahrt.

Vom Sommer in den Schnee

Doch der DAV ist  nicht nur im Sommer aktiv. Sobald der erste Schnee liegt, wird auch im Winter gesportelt. Schon im Dezember 1950 unternahm die Skiabteilung ihre erste Tour mit etwa 20 Teilnehmenden. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich eine lebendige Skiabteilung, die zunächst stark vom Langlauf geprägt war. 1972 zählte sie rund 50 Mitglieder, erste Skikurse wurden angeboten. Ebenfalls 1972 wurde der Langlaufstaffelwettbewerb um das „Bimbala vo Laff“ ins Leben gerufen.

Ab Ende der 1970er-Jahre rückte auch der alpine Skisport stärker in den Fokus. Mit Rennserien wie dem „Blizzard-Cup“ (1981–1987) und dem „Fischer-Cup“ feierte die Abteilung zahlreiche Erfolge, unter anderem durch Jürgen Gallmeier, Doris Lochner, Beate Herold und Jürgen Engelhardt. Auch überregional machte der DAV Lauf auf sich aufmerksam – bis hin zu Teilnahmen an bayerischen und deutschen Meisterschaften. 1988 folgte mit dem Flutlichtriesenslalom um den „Auto-Herold-Pokal“ ein weiteres sportliches Highlight.

Auch heute stellt der DAV Lauf weiterhin erfolgreiche Nachwuchsathleten mit Till Hugenroth, Jugendweltmeister im Ski Cross und Linus Steffl aus dem Förderteam der Bayerischen Sportstiftung im Skibergsteigen (Skimo).

Im DAV steht allerdings nicht nur der Leistungssport im Mittelpunkt. Viele aktive Mitglieder engagieren sich als Übungsleiter, um Kinder, Jugendliche und Einsteiger an den Wintersport heranzuführen. Aus ersten Skiausfahrten, unter anderem nach Jasná in der Slowakei, entwickelte sich eine aktive Skiabteilung mit rund zehn Fahrten pro Saison. Heute gehören Skikurse, Skitouren, Snowboardangebote und eine umfassende Betreuung selbstverständlich dazu. Abteilungsleiter Ralph Spitz und rund 20 aktive Übungsleiter sorgen dafür, dass Anfänger wie Fortgeschrittene bestens aufgehoben sind.

Doch auch abseits der Piste ist die Skiabteilung fester Bestandteil des Laufer Stadtlebens. Die legendäre „Herzer’l Alm“ auf dem Altstadtfest wird seit 1989 betrieben und ist eine feste Institution sowie eine der wichtigsten Einnahmequellen des Vereins. Ergänzt wird das Angebot durch Skigymnastik, die seit Jahrzehnten „Jung und Alt“ in Bewegung bringt, sowie den Skibasar, der für viele Familien den ersten Kontakt mit dem DAV darstellt. Weitere Abteilungen wie die Frauengruppe, Familiengruppe, Jugendgruppe, Nordic Walking, Laufen/Joggen und die Aktiven Senioren zeigen, wie vielfältig und lebendig die DAV Sektion Lauf bis heute ist.